Drehbücher Block 2 (Wochen 8–13): Effektive Instruktion – das Grundgerüst
(Konventionen wie Block 1: Standardraster 0–2 Ankommen · 2–8 Retrieval · 8–28 Input/See it · 28–33 Name it · 33–52 Do it · 52–58 Action Step · 58–60 Exit-Karte. Rollenspielregeln unverändert. Retrieval-Starter enthalten ab jetzt immer 2 Block-1-Fragen – Spacing im Programm.)
Woche 8: Fünf Fragen an jede Stunde (Drehbuch)
(Ausführlich: Skript_Woche08.md.)
Material: Stunde A und Stunde B (Mathe Kl. 7, Einführung Prozentwert: A ordentlich, aber ohne gemeinsames Üben und ohne Blick auf alle; B dasselbe Thema, umgebaut); Handout „Fünf Fragen an jede Stunde“; Vorlage Stundenprofil (45-Min.-Balken, fünf Farben); Szenenkarten aus verschiedenen Fächern. TN denken an eine tatsächlich gehaltene Stunde (kein Plan nötig).
Retrieval-Starter: 1. W.I.N. ausgeschrieben + Reihenfolge? 2. Interventionsleiter Stufen 1–3? 3. Was ist ein Do Now (3 Merkmale)? 4. Welches mentale Modell begründet „kleine Schritte"? 5. (Anwendung) Deine Klasse hat nach den Ferien die Begrüßungsroutine „vergessen" – was tust du?
See it (Min. 12–24): Stunde A lesen, Note geben (meist 2–3), Auflösung: 11 von 27 lösen am nächsten Tag die Einstiegsaufgabe. Tandems finden in Stunde B fünf Unterschiede unter der Frage: Wer muss wann denken, und woran sieht die Lehrerin, ob es angekommen ist? Sammeln an einer Zeitleiste.
Name it (Min. 24–34): Die fünf Fragen an jede Stunde, je mit kurzer Szene: 1 Ziel (W9) · 2 Einstieg: holen alle etwas aus dem Gedächtnis? (P1, P10 → W13) · 3 Erklären: wie lange rede ich am Stück? (P2, P4 → W10) · 4 Gemeinsam üben und die Antworten aller sehen (P3, P5, P6, P8 → W11, Block 4) · 5 Allein üben: gelingt es den meisten, was tue ich währenddessen? (P7, P9 → W12). Erfolgsquote richtig einordnen: ca. 80 % beim gemeinsamen Üben neuer Inhalte, fast fehlerfrei bei Einzelarbeit und Wiederholung. Frontalunterricht-Einwand: In Stunde B redet die Lehrerin weniger am Stück als in A. Kurztraining: 3 Szenen, Finger zeigen die Frage.
Do it (Min. 34–50): Stundenprofil der eigenen Stunde in fünf Farben zeichnen (grau Organisation · rot ich rede/Freiwillige antworten · gelb alle antworten · grün gemeinsam üben · blau allein arbeiten), fünf Fragen darunter beantworten (u. a. längster roter Block in Minuten), im Tandem die eine Stelle markieren, Änderung im Satzmuster formulieren („In Minute __ statt __ werde ich …“, max. 5 Min. Mehraufwand).
Action Step: Die Änderung aus dem Stundenprofil in mindestens drei Stunden umsetzen und danach jeweils das Profil zeichnen. Alternative: Spätestens nach fünf Minuten Erklären beantworten alle eine Frage schriftlich.
Coaching-Fokus: Coach zeichnet in der Hospitation das Stundenprofil mit, TN danach das eigene; Abweichungen besprechen (meist werden rote Blöcke unterschätzt).
SPA-Quiz: siehe Skript_Woche08.md, Anhang 2 Teil 2.
Woche 9: Lernziele & Backwards Design (Drehbuch)
(Ausführlich: Skript_Woche09.md.)
Material: Zielbogen (Mindestziel + 2–4 Meilensteine + Ampel aufbauend/ansteigend/prüfbar + Idealantwort); 4 Beispielketten (2 tragfähig, 2 untauglich); TN bringen das Thema ihrer nächsten realen Stunde mit.
Retrieval-Starter: 1. Die fünf Fragen an jede Stunde? 2. Was tun, wenn beim gemeinsamen Üben nur die Hälfte richtig liegt? 3. Umformulierungs-Formel? 4. Warum ist das We do unverzichtbar (Modell 1)? 5. (Szene) Stundenprofil mit 18 Min. Rot, danach direkt Blau – welche Fragen sind betroffen?
See it (Min. 8–15): Zwei innere Monologe: Planer A (Methode zuerst) und Planer B („Kapitel 7 muss durch“). Wiggins & McTighe nennen das die zwei Kardinalfehler der Planung. Gegenmittel: Fang am Ende an.
Input (Min. 15–28): Backwards Design (Ziel → Nachweis → Aktivität). Mindestziel (was alle können sollen; das prüft später das Exit Ticket) + 2–4 ansteigende Meilensteine. Szene zur Idealantwort (Treibhauseffekt: Beim Aufschreiben fällt die Lücke auf). Von der Idealantwort her planen (Lemov T1, Exemplar Planning).
Name it (Min. 28–32): Mindestziel · Ampel aufbauend / ansteigend / prüfbar · Idealantwort-Frage · Reihenfolge-Regel. Kurztraining: vier Formulierungen, Ziel oder Thema?
Do it (Min. 32–52): Eichen an den 4 Beispielketten; eigenes Mindestziel + Meilensteine + Idealantwort für die reale Stunde; Tandem-Härtetest: „Woran misst du dein Mindestziel?“ und „Wo werden schwache Schüler scheitern?“
Action Step: Für jede neue Stunde zuerst Mindestziel und Idealantwort aufschreiben. Alternativen: Einseiter-Woche; Planungs-Tagebuch.
SPA-Quiz: siehe Skript_Woche09.md, Anhang 2 Teil 2.
Woche 10: Modellieren & Erklären – das „I do" (Drehbuch)
(Ausführlich: Skript_Woche10.md.)
Material: Timer; Mikroteaching-Feedbackbogen nach den vier Bausteinen; Handout „Vier Bausteine einer Erklärung“; Los-Reihenfolge.
Vorab-Auftrag (eine Woche vorher ansagen): Jede und jeder bereitet eine 3-Minuten-Erklärung eines echten Fachinhalts vor (Zielgruppe: die Gruppe als „Klasse“).
Retrieval-Starter: 1. (Szene) „Heute lernen die Schüler den Aufbau der Zelle kennen.“ Ziel oder Thema? Als Mindestziel umformulieren. 2. (Szene) „Ich hab ein super Escape-Room-Spiel gefunden, jetzt such ich das Thema.“ Welcher Kardinalfehler? 3. Die 6 Leiterstufen? 4. Warum schreibt man die Idealantwort selbst? 5. (Anwendung) Mindestziel mit Prüfaufgabe zu „Wahlrecht“.
Einstieg (Min. 8–11): Szene: Newtons Klopf-Experiment (geschätzt jedes zweite Lied, erkannt 3 von 120) → Fluch des Wissens.
Input (Min. 11–27): Dieselbe Erklärung zweimal (Prozentwert aus Stunde B: Ergebnis vorführen vs. Vormachen mit lautem Denken und Falle). Vier Bausteine: klein schneiden (Halbier-Regel) · laut denken mit Falle · nach jedem Schritt alle antworten lassen (Rosenshine P2) · festhalten (Stifte weg, dann abschreiben). Kurztraining: drei Szenen, welcher Baustein fehlt?
Do it (Min. 30–53): Mikroteaching in Vierergruppen: 3 Min. Erklärung mit einer Frage an alle + 1,5 Min. Feedback nach den vier Bausteinen + 1 Min. Wiederholung der schwächsten Stelle.
Action Step: Eine Erklärphase pro Tag mit lautem Denken und einer vorgeführten Falle. Alternativen: Selbst-Audio; nach jedem Schritt alle antworten lassen.
Coaching-Fokus: Transkript-Ausschnitt einer Erklärphase; Stundenprofil: Folgt auf Rot Gelb?
SPA-Quiz: siehe Skript_Woche10.md, Anhang 2 Teil 2.
Woche 11: Angeleitetes Üben – das „We do" (Drehbuch)
(Ausführlich: Skript_Woche11.md.)
Material: Treppen-Vorlage (Vollbeispiel → Lückenbeispiel → nur der Anfang → ohne Hilfe); Klassensatz Mini-Whiteboards; Fehlerkarten; Hilfen-Karte für Break It Down.
Retrieval-Starter (auf Whiteboards): 1. Die vier Bausteine einer Erklärung? 2. Umformulierungs-Formel? 3. (Szene) Ein Kollege erklärt 12 Min. fehlerfrei, niemand hat Fragen – was fehlt? 4. (Szene) Die Erklärung fühlt sich „quälend kleinschrittig“ an – kürzen? 5. (Szene) Beim gemeinsamen Üben 14 von 27 richtig – was jetzt?
See it (Min. 8–16): Live-We-do mit der Gruppe als Klasse (Prozentwert wie Stunde B): alle schreiben mit, Hilfe nimmt ab, dreimal die Antworten aller sehen. Danach offenlegen, was gesteuert war.
Input (Min. 16–27): Die Treppe (Renkl & Atkinson: ausgeblendete Lösungsbeispiele) · Break It Down: Hilfen von klein nach groß (Treppe = vorher für alle geplant, Hilfen = spontan für einzelne) · Szene Mitochondrien: drei richtige Meldungen sind keine Daten · erst bei etwa vier von fünf richtig weiter.
Name it (Min. 27–31): We-do-Checkliste: alle schreiben mit · fragen statt vorsagen · Stufe bewusst gewählt · auf jeder Stufe alle antworten lassen · erst bei etwa vier von fünf weiter.
Do it (Min. 31–52): Treppe für das eigene Thema bauen + Tandem-Check („Ist Stufe 2 wirklich kleiner?“); Break-It-Down-Rollenspiel, ein Durchgang pro Person.
Action Step: Vor jeder Einzelarbeit mindestens zwei Aufgaben gemeinsam, alle antworten lassen, erst bei etwa vier von fünf in die Einzelarbeit. Alternativen: Treppen-Woche; eine Woche ohne Vorsagen.
SPA-Quiz: siehe Skript_Woche11.md, Anhang 2 Teil 2.
Woche 12: Selbstständiges Üben & der gezielte Rundgang – das „You do" (Drehbuch)
(Ausführlich: Skript_Woche12.md.)
Material: Sitzplan-Blankos; Prüf-Fokus-Bogen (Was prüfe ich? / Bei wem zuerst? / Route); Laufweg-Fallkarte (optional Videoclip).
Retrieval-Starter: 1. Break It Down: die Hilfen in Reihenfolge? 2. W.I.N.-Struktur? 3. (Szene) Whiteboard-Abfrage vor der Einzelarbeit: 15 von 26 – was tust du? 4. (Szene) „Who can tell me the past of go?“ Drei Meldungen, dann Einzelarbeit – was ist das Problem? 5. (Szene) Stufe 2 lässt die schwierigste Stelle offen – was änderst du?
Einstieg (Min. 8–13): Ehrliche Frage auf gefalteten Zetteln (A: korrigiert/Orga, B: Meldungen abgearbeitet, C: gezielt geprüft), an der Tafel auszählen. Umdeutung: In der Einzelarbeit erfährt man am meisten über die Klasse.
Input (Min. 13–27): Startbedingungen (5) · Rundgang mit Route: früh in den Raum, Route statt Meldungen, Hefte lesen, höchstens 60 Sek. pro Einzelhilfe · Prüf-Fokus (Lemov: Active Observation) · Sammelklärung beim dritten gleichen Fehler.
Name it (Min. 27–31): Standard in drei Teilen (vorher / während / ab drei gleichen Fehlern) + Kurztraining an drei Szenen.
Do it (Min. 31–52): Laufweg-Fallkarte analysieren; Route auf dem eigenen Sitzplan; Prüf-Fokus-Bogen für eine reale Stunde; Tandem-Frage: „Wen erreichst du auf deiner Route nie?“
Action Step: Geplante Route + Klemmbrett mit den drei häufigsten Fehlern; beim dritten gleichen Fehler Sammelklärung. Alternativen: 60-Sekunden-Woche; Startbedingungen-Woche.
Coaching-Fokus: Coach zeichnet Laufweg + Standzeiten und die blaue Phase im Stundenprofil; Auswertung: Wer wurde nie gesehen?
Hinweis Gruppenhospitation 2 (diese oder nächste Woche): Fokus I do / We do; Bogen: Wortlaut einer Erklärung + Stufen der Treppe + „Ein Kniff, den ich übernehme“.
SPA-Quiz: siehe Skript_Woche12.md, Anhang 2 Teil 2.
Woche 13: Do Now & Exit Ticket + Abschluss Block 2 (Drehbuch)
(Ausführlich: Skript_Woche13.md.)
Material: Exit-Ticket-Vorlagen; anonymisierter echter Klassensatz Exit Tickets (25 Stück); 3 Sortierzonen („kann es / kann es fast / noch nicht“); Planungsbogen (A4); Auswertung des Block-2-Quiz aus der SPA.
Rückblick Block-2-Quiz (Min. 2–7): Das Quiz (20 Fragen, davon 11 Szenen) machen die TN vorab in der SPA mit Selbstkorrektur. In der Sitzung nur die drei am häufigsten nicht gewussten Fragen.
Input (Min. 7–21): Szene Physik („Warum fliegt ein Flugzeug?“) → Do Now mit 3–5 Wiederholungsfragen aus drei Zeiträumen. Exit Ticket prüft das Mindestziel aus W9. Auswertung in 10 Min.: drei Stapel, häufigster Fehler, eine Konsequenz; mehr als ein Drittel nicht sicher → neuer Anlauf für alle (mit Erklärung, warum hier eine andere Schwelle gilt als die ca. 4 von 5 vor der Einzelarbeit).
Name it (Min. 21–25): Exit-Ticket-Gütecheck: prüft das Mindestziel? in 3–5 Min. allein lösbar? schriftlich, von allen? in ≤ 10 Min. auswertbar?
Do it (Min. 25–47): Schreibwerkstatt: Exit Ticket + Do Now für eine reale Stunde, Tandem-Frage: „Welche Aufgabe prüft dein Mindestziel?“ Sortieren gegen die Uhr in Kleingruppen, Konsequenz pitchen, Gruppen vergleichen.
Block 2 auf einer Seite (Min. 47–52): Planungsbogen entlang der fünf Fragen ins Playbook.
Action Step (Min. 52–58): Jede Stunde in Klasse X mit Exit Ticket, am selben Tag sortieren, mindestens eine sichtbare Konsequenz. Alternativen: Do-Now-Umbau; Sortieren statt korrigieren. Kompetenzmatrix Felder 4–5 im Coaching-Gespräch.
SPA-Quiz: siehe Skript_Woche13.md, Anhang 2 Teil 2.