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Skript Woche 3: „Aufmerksamkeit einholen, glasklare Anweisungen & Übergänge

Skript Woche 3: „Aufmerksamkeit einholen, glasklare Anweisungen & Übergänge"

60-Minuten-Sitzung · Block 1 · Fortbildung Quereinsteiger Sek I/II


1. Überblick

Leitfrage Wie bekomme ich 30 Menschen in fünf Sekunden still, wie gebe ich Anweisungen, die wirklich ankommen – und wie bringe ich die Klasse ohne Zeitverlust von A nach B?
Kernquellen Lovell/Dowley, Routine 4 (Gaining attention) und Routine 5 (Transitions); Lemov T52 (What to Do), T28 (Brighten the Lines), T51 (Do It Again); Sprachökonomie (Lovell/Lemov)
Funktion im Jahr Zweites Kernwerkzeug der Klassenführung. Das Aufmerksamkeitssignal wird zur Voraussetzung fast aller späteren Techniken (Turn-and-Talk-Endsignal W23, Whiteboard-Routine W24). Der What-to-Do-Standard nutzt direkt das „vage→spezifisch"-Handwerk aus W1. Der Übergang ist hier kein neues Thema, sondern der Anwendungsfall von nummerierter Anweisung + klarer Abgrenzung – deshalb steht er hier und nicht in einem eigenen Modul.
Lernziele Die TN können:
1. ein Aufmerksamkeitssignal regelkonform etablieren und durchhalten (Signal → Warten → 100 % → sprechen),
2. Arbeitsanweisungen nach dem Vierercheck formulieren (konkret, sequenziell, beobachtbar, ≤ 12 Wörter/Schritt),
3. Arbeitsphasen klar abgrenzen – mit eindeutigem Start- und Endsignal (zwei Varianten: Countdown oder Ankündigungs-Start),
4. einen Übergang als nummerierte Mini-Routine führen und bei Zerfasern mit Do It Again neutral zurücksetzen.
Sitzungstyp Technik-Training: Schreiben (Rewrite-Sprint) + Rollenspiel (Signal-Ernstfall, zweite Runde als Übergang).

2. Vorbereitung

Raum: wie W2 (Spielfläche + Schreibtische). Material:


3. Ablauf im Detail (60 Minuten)

Phase 0 · Ankommen (Minute 0–2) — Standard.

Phase 1 · Retrieval-Starter (Minute 2–8) — 5 Fragen (Anhang 2, Teil 1).

Phase 2 · Brücke: Die Stoppuhr-Kurven (Minute 8–12)

Moderationstext: „Zückt eure Stoppuhr-Werte. Wer mag: Montag versus Freitag – zwei Zahlen, laut." [3–4 TN; typisch: 110 Sek. → 55 Sek. o. ä. Moderation an der Tafel notieren.] „Seht ihr die Richtung? Das ist keine Magie – das ist eine Routine, die einrastet. Merkt euch dieses Gefühl: Ihr habt zum ersten Mal einen Trainingseffekt bei einer KLASSE gemessen. Heute nehmen wir uns den Moment vor, der euch als Nächstes Zeit frisst: mitten in der Stunde die Aufmerksamkeit zurückholen – und die Anweisung, die danach kommt."

Phase 3 · Input (Minute 12–28)

3a · See it: Doppel-Demo „gegen die Wand vs. durch den Raum" (Min. 12–18)

Moderation spielt mit 6 TN als murmelnder „Gruppenarbeits-Klasse":

Variante A (schwach): Moderation ruft in die laufende Unruhe hinein: „So, Leute, hört mal – HALLO – ich brauch mal kurz eure Aufmerksamkeit, also, wir machen jetzt Folgendes, ihr packt gleich mal die Sachen von der Gruppenarbeit weg, also nicht alles, die Zettel braucht ihr noch, und dann schlagt ihr das Buch auf, ich glaube Seite 34, nein 36, und guckt euch schon mal die Aufgabe an, aber erst wenn…" – wird dabei lauter, läuft herum, die Hälfte hört gar nicht hin.

Variante B (stark): Moderation geht zum festen Punkt, gibt das Signal (z. B. erhobene Hand + „Stopp – Blick zu mir."), steht still, wartet schweigend. 5 Sekunden. Als alle schauen: „Danke. Drei Schritte – losgelegt wird erst, wenn ich ‚Los' sage:" [Pause] „Erstens: Gruppenzettel in die Mitte." [Pause, Blick] „Zweitens: Buch auf, Seite 36." [Pause] „Drittens: Aufgabe 2 lesen – noch nicht lösen." [Pause, Scan] „Los."

Auswertung (3 Min.): „Handlungen, keine Eindrücke – was war anders?" [Sammeln: stand still / wartete / sprach erst bei 100 % / nummerierte / kurze Sätze / Pausen / kündigte das Startwort VOR den Schritten an / Startsignal „Los".]

3b · Die Prinzipien (Min. 18–24)

„Erstens: Nie gegen Unruhe sprechen. Die Reihenfolge ist unverhandelbar: Signal → warten → 100 % Blick → DANN sprechen. Warum das so ist, habt ihr eben im Quiz selbst beantwortet – es ist Schritt 3 eurer Begrüßungsroutine, nur mitten in der Stunde. Ich sage dazu heute nichts Neues; ich fordere es nur ein. Zweitens: What to Do. ‚Passt auf!' ist keine Anweisung – es ist ein Wunsch. Eine Anweisung sagt, was zu TUN ist: konkret, in Reihenfolge, beobachtbar. ‚Konzentriert euch' kann ich nicht sehen. ‚Stift weg, Blick zu mir' kann ich sehen – und einfordern. Ihr erkennt das Handwerk wieder: Es ist eure Erwartungs-Umformulierung aus Woche 1, nur im Sekundentakt. Drittens: Sprachökonomie. Jedes zusätzliche Wort verdünnt das Signal. Faustregel: höchstens zwölf Wörter pro Schritt – und nach der Anweisung: Stopp. Nicht nachplätschern, nicht dreimal umformulieren. Wer nachplätschert, lehrt die Klasse, dass die erste Version nie zählt. Viertens: Brighten the Lines – klare Abgrenzung. Eine Arbeitsphase braucht einen erkennbaren Anfang und ein erkennbares Ende. Sie muss sich hörbar von dem abgrenzen, was davor und danach passiert. Fehlt diese Abgrenzung, franst die Phase an beiden Enden aus: Wer nicht weiß, wann es losgeht, startet nie richtig; wer nicht weiß, wann Schluss ist, hört mittendrin auf. Für das Startsignal habt ihr zwei Varianten – nehmt die, die zu euch und zur Lerngruppe passt: • Countdown: ‚In drei, zwei, eins: los.' Hörbar, gemeinsam, alle starten in derselben Sekunde. Stark in Sek I, kann in Sek II albern wirken. • Ankündigungs-Start: Ihr sagt VOR den Schritten, woran der Start erkennbar ist – ‚Losgelegt wird erst, wenn ich ‚Los' sage' – nennt dann die Schritte und setzt am Ende das eine Wort: ‚Los.' Der Vorteil ist größer, als er klingt: Ohne Ankündigung starten die Schnellen schon bei Schritt eins und hören Schritt drei nie. Mit Ankündigung hört die ganze Klasse die Anweisung zu Ende. Und das Ganze funktioniert in jeder Jahrgangsstufe – ein Oberstufenkurs, der auf ‚Los' wartet, wirkt professionell; ein Oberstufenkurs, der heruntergezählt wird, fühlt sich behandelt wie Klasse 5. Das Ende braucht dieselbe Schärfe: eine Vorwarnung (‚Noch zwei Minuten'), dann euer Aufmerksamkeitssignal – nicht ein Verklingenlassen."

3c · Die Einführung des Signals (Min. 24–26)

„Ein Signal, das ihr nie eingeführt habt, ist keins. Die Einführung ist eine Erwartungs-Einführung nach Woche-1-Bauplan: Signal zeigen, Erwartung spezifisch benennen (‚Wenn ihr das seht/hört: Gespräche enden, Stifte liegen, Blick zu mir – innerhalb von fünf Sekunden'), begründen (ein Satz), per CFU prüfen (‚Merve, was tust du beim Signal?') – und dann: einmal PROBEN. Ja, üben, mitten in der Stunde, dreißig Sekunden. Danach gilt es."

3d · Der Übergang – alles von eben, nur schneller (Min. 26–28)

„Und jetzt gebe ich euch keine neue Technik, sondern einen Namen für etwas, das ihr in den letzten zehn Minuten schon gelernt habt. Jeder Wechsel mitten in der Stunde – Buch raus, Gruppen bilden, aufräumen – heißt Übergang, und er scheitert aus genau einem Grund: Er wird als EIN Auftrag gegeben statt als Schrittfolge. ‚Macht euch für die Gruppenarbeit fertig' sind vier Aufträge in einem Nebel. Ein Übergang ist deshalb nichts anderes als: Signal → warten → nummerierte What-to-Do-Anweisung → klare Abgrenzung. Genau die vier Dinge von eben. ‚Drei Schritte, gestartet wird auf mein Los: Erstens: Blätter nach links. Zweitens: Bücher raus. Drittens: Seite 40. – Los.' Und wenn er zerfasert? Do It Again, ihr kennt es von der Begrüßungsroutine: ruhig, ohne Vorwurf – ‚Das können wir flüssiger. Noch einmal.' Ein Reset klingt wie ein Trainer, der weiß, dass die Mannschaft es kann. Übergänge sind übrigens die stillste Zeitquelle des Schultags: Wer sechs Übergänge pro Tag um je 40 Sekunden verkürzt, gewinnt eine Unterrichtsstunde pro Woche."

Phase 4 · Name it (Minute 28–33)

An der Tafel: Signal-Standard: Signal → schweigend warten → 100 % → sprechen. (Niemals: Signal + sofort losreden.) Anweisungs-Vierercheck: konkret? · sequenziell (nummeriert)? · beobachtbar? · ≤ 12 Wörter pro Schritt? Plus Abgrenzungs-Regel: Jede Arbeitsphase hat ein eindeutiges Startsignal und ein eindeutiges Endsignal – sie grenzt sich hörbar ab von dem, was davor und danach kommt.

Zwei Startsignale zur Auswahl (beide an die Tafel, TN wählen eines und bleiben dabei):

Wortlaut Passt besonders
Countdown „In drei, zwei, eins: los." Sek I, kurze Wechsel, große Gruppen
Ankündigungs-Start „Gestartet wird erst auf mein ‚Los'." … [Schritte] … „Los." Sek II, mehrschrittige Anweisungen, unruhige Klassen

Übergangs-Formel (an dieselbe Tafelhälfte, weil es dieselben Bausteine sind): Signal → warten → nummerieren → abgrenzen → (bei Zerfasern) Do It Again.

Merksatz: „Erst still, dann kurz, dann Stopp." — für Übergänge: „Nummeriere, was du sonst zeigst." — für die Abgrenzung: „Kein Start ohne Startwort, kein Ende ohne Signal."

Phase 5 · Do it (Minute 33–52)

Runde 1 · Rewrite-Sprint (Min. 33–41)

Handout A: 5 vage Anweisungen, Einzelarbeit mit Zeitdruck (5 Min.), dann Tandem-Vierercheck (3 Min.). Moderation sammelt 2 Lösungen pro Aufgabe im Zuruf und lässt die Gruppe Wörter ZÄHLEN (der Zählakt diszipliniert nachhaltig).

Runde 2 · Signal-Ernstfall & Übergang (Min. 41–52)

Vierergruppen auf der Spielfläche: Jeder

  1. spricht seine Signal-EINFÜHRUNG (Handout B, 60 Sek.),
  2. setzt das Signal in laufender „Gruppenarbeit" ein – Regie zieht eine Störkarte B –,
  3. und hängt direkt einen Übergang an: die Regie nennt das Ziel („in Partnerarbeit an Aufgabe 4" / „Material weg, Buch auf" / „Stuhlkreis"), die Lehrkraft nummeriert live und grenzt die Phase klar ab (Startsignal-Variante vorher ansagen: Countdown oder Ankündigungs-Start).

Feedback-Fokus: Wurde geschwiegen bis 100 %? Blieb die Anweisung ≤ 12 Wörter/Schritt? War der Übergang nummeriert und klar abgegrenzt (erkennbares Startwort) – oder ein Nebelauftrag? 2. Kurzdurchlauf der schwächsten Stelle. (Zeitwächter je Gruppe: 2,5 Min. pro Person inkl. Feedback.)

Bei zerfasertem Durchgang: Die Regie fordert einmal ausdrücklich ein Do It Again ein – der neutrale Ton ist hier das eigentliche Übungsziel.

Phase 6 · Action Step (Minute 52–58)

Standard: „Ich führe am Montag in Klasse X mein Aufmerksamkeitssignal nach dem W1-Bauplan ein (zeigen – Erwartung – Begründung – CFU – Probe) und halte eine Woche eisern die Reihenfolge: Signal, schweigen, 100 %, erst dann sprechen."

Alternativen:

  1. Wörter-Diät: eine Woche jede Arbeitsanweisung vorher notieren und auf ≤ 12 Wörter/Schritt kürzen;
  2. Abgrenzungs-Woche: jede Arbeitsphase mit demselben Startsignal starten – entweder „In 3, 2, 1: los" oder der Ankündigungs-Start „Gestartet wird auf mein ‚Los'" – und jede mit dem Aufmerksamkeitssignal beenden (eine Variante wählen, eine Woche nicht wechseln);
  3. Übergangs-Woche: den immer gleichen Problem-Übergang einer Klasse nummerieren, eine Woche identisch durchführen, bei Zerfasern einmal Do It Again – und die Sekunden mitstoppen.

Ausblick: „Nächste Woche geht es um euch selbst: Körper, Stimme, Ruhe – wie ihr souverän WIRKT, auch wenn ihr es noch nicht durchgehend seid. Spoiler: Es ist trainierbar wie alles andere."

Phase 7 · Exit-Karte (Minute 58–60) — Standard.


4. Coaching-Woche 3 (Handreichung)


Anhang 1: Übungsmaterial

1.1 Handout A: Rewrite-Sprint (mit Musterlösungen für Moderation/SPA)

Vage Anweisung Musterlösung (What to Do)
„Passt jetzt mal alle auf!" „Stifte weg. Blick zu mir." (4 Wörter + 3 Wörter)
„Macht mal mit der Aufgabe weiter." „Buch S. 36, Aufgabe 2. Allein, still. Zehn Minuten – los."
„Räumt vernünftig auf." „Erstens: Scheren in die Kiste. Zweitens: Schnipsel in den Müll. Drittens: Tisch leer, hinsetzen."
„Seid leise bei der Gruppenarbeit." „Flüsterlautstärke: Nur euer Tisch hört euch."
„Beeilt euch mal ein bisschen." „Noch zwei Minuten. Schreibt den letzten Satz zu Ende."

1.2 Handout B: Signal-Einführungsskript (Muster + Blanko)

Muster (Sek I): „Ab heute gibt es ein Zeichen. Wenn ich die Hand hebe und ‚Stopp – Blick zu mir' sage, passiert Folgendes: Gespräche enden, Stifte liegen, alle schauen zu mir – innerhalb von fünf Sekunden. Warum: Ich will euch nie anbrüllen müssen, und ihr verliert keine Arbeitszeit durch dreifache Ansagen. – Timo, was tust du beim Signal? … Aylin, wie schnell? … Gut. Wir proben das einmal: Redet kurz mit dem Nachbarn … [Signal] … Danke – 4 Sekunden. So bleibt das."

Sek-II-Tonlage (Beispielsatz): „Ich unterbreche Arbeitsphasen mit diesem Zeichen statt mit Rufen – aus demselben Grund, aus dem in jeder Konferenz jemand den Raum sammelt: Es respektiert Ihre Zeit."

Blanko-Felder: Mein Signal (Geste/Wortlaut): … · Erwartung in 3 Handlungen: … · Begründungssatz: … · Meine 2 CFU-Fragen: … · Probe-Ansage: … · Mein Startsignal für Arbeitsphasen (eine Variante ankreuzen und dabei bleiben): ☐ Countdown „In 3, 2, 1: los" ☐ Ankündigungs-Start „Gestartet wird auf mein ‚Los'" · Mein Endsignal: …

1.3 Störkarten-Set B (Regieanweisungen)


Anhang 2: Quiz-Material

Teil 1: Retrieval-Starter (Min. 2–8)

  1. Nenne die 7 Teilschritte der Begrüßungsroutine. (Vorbereitung / fester Punkt / Warten 100 % / Gruß / Setz-Signal+Starter-Satz / Timer / Scan)
  2. Warum wartet man schweigend auf 100 %, statt in die Unruhe zu grüßen? (sonst Norm „halbherzig reicht"; Zäsur-Funktion)
  3. Die 5 Kriterien einer Erwartung (W1)? (beobachtbar, messbar, positiv, begründet, geprüft)
  4. Welches mentale Modell erklärt: Ansage ist nicht gleich Ankommen? (Modell 3 – Aufmerksamkeit; gelernt/gehört wird, was beachtet wird)
  5. (Anwendung) Dein Do Now: Woran erkennst du nach 2 Minuten, dass es zu schwer war? (Frage-Traube/viele Hände, kaum Stifte laufen → Kriterium „ohne Erklärung lösbar" verletzt)

Teil 2: Modul-Quiz Woche 3 (für SPA/Folgewoche)

F1. Die Klasse murmelt nach deinem Signal weiter. Du… a) sprichst lauter – Hauptsache alle hören dich ✗ (DIE Intuition) b) wartest schweigend, Blick durch den Raum, ggf. Nähe ✓ c) beginnst einfach – die Interessierten hören ja zu ✗ (90 %-Falle, Vorgriff W5) d) drohst mit Konsequenzen ✗

F2. Welche Anweisung besteht den Vierercheck? a) „Seid jetzt bitte alle mal richtig konzentriert bei der Sache" ✗ b) „Buch S. 12, Aufgabe 3. Allein, still. Los." ✓ c) „Nicht mehr reden da hinten!" ✗ (negativ, nicht sequenziell) d) „Wir wollten doch eigentlich weiterarbeiten, oder?" ✗ (Wunsch als Frage)

F3. Nach einer guten Anweisung solltest du… a) sie sicherheitshalber zweimal umformulieren ✗ (Fürsorge-Reflex – lehrt Weghören) b) stoppen und die Umsetzung beobachten ✓ c) leise weitersprechen ✗ d) sofort Einzelnen helfen ✗

F4. „In 3, 2, 1 – los" bzw. „Gestartet wird auf mein ‚Los'" dient dazu, … a) Druck aufzubauen ✗ b) die Arbeitsphase klar abzugrenzen – erkennbarer Anfang (Brighten the Lines) ✓ c) Zeit zu schinden ✗ d) jüngere SuS zu motivieren ✗ (Alters-Distraktor – der Ankündigungs-Start funktioniert gerade in Sek II)

F4b. Warum kündigt man das Startwort VOR den Schritten an („Gestartet wird auf mein ‚Los'")? a) Es klingt freundlicher ✗ b) Sonst starten die Schnellen schon bei Schritt eins und hören Schritt drei nie ✓ c) Es spart Wörter ✗ d) Es ersetzt das Aufmerksamkeitssignal ✗ (Verwechslung Start- vs. Sammelsignal)

F5. Dein Signal funktioniert nach zwei Wochen schlechter. Wahrscheinlichste Ursache: a) Das Signal war falsch gewählt ✗ b) Du hast begonnen, in Restunruhe zu sprechen – das Signal wurde entwertet ✓ c) Die Klasse ist es leid – neues Signal nötig ✗ (Abwechslungs-Mythos) d) Signale wirken generell nur kurz ✗

F6. „Do It Again" nach einem zerfaserten Übergang ist… a) eine Kollektivstrafe für die Klasse ✗ (häufigste Fehldeutung) b) ein neutraler Reset: Standard einüben + Zutrauen zeigen ✓ c) Zeitverschwendung ✗ d) nur in Klasse 5–7 einsetzbar ✗

F7 (Transfer, Freitext): Schreibe die Umbau-Anweisung „Macht euch mal fertig für den Film und kommt nach vorn" als nummerierte What-to-Do-Sequenz mit Start-Signal. (Muster A – Countdown: „Erstens: Stifte weg, Hefte zu. Zweitens: Stuhl leise nach vorn tragen. Drittens: hinsetzen, Blick zur Leinwand. – In 3, 2, 1: los." · Muster B – Ankündigungs-Start: „Drei Schritte, angefangen wird auf mein ‚Los'. Erstens: … Zweitens: … Drittens: … – Los.")


Anhang 3: Ableitung für die SPA „Modul 3"

  1. Hook (2 Min.): Audio-Kontrast Variante A/B (nur Ton!) – Aufgabe: „Bei welcher Version weißt du nach einmal Hören, was zu tun ist?"
  2. See it (5 Min.): Video/Illustration der Doppel-Demo; Tipp-Aufgabe: die 4 Prinzipien in der starken Version wiederfinden.
  3. Name it (3 Min.): Vierercheck + Signal-Standard als Merkkarten; Mini-Sortierung: 6 Anweisungen → besteht/besteht nicht + welcher Verstoß.
  4. Do it – Anweisungs-Prüfmaschine (7 Min., Engine!): Anweisung eintippen → automatische Analyse: Wortzahl pro Schritt, Verb-Check (Handlung?), Negativ-Formulierung-Alarm, Nummerierung erkannt? → iterativ verbessern. Rewrite-Aufgaben aus Anhang 1.1 als Level mit Musterlösungs-Vergleich.
  5. Übergangs-Trainer (3 Min.): Zielzustand wählen („Gruppenarbeit", „Film", „Aufräumen") → Schritte in die richtige Reihenfolge ziehen, Abgrenzung setzen (Startsignal-Variante wählbar: Countdown oder Ankündigungs-Start); App misst die Wortzahl.
  6. Szenario-Simulator (4 Min.): Störkarten B1–B3 als Entscheidungsbäume („Signal gegeben, zwei reden weiter → a) lauter b) warten c) Namen rufen" → Konsequenz-Feedback mit Normen-Erklärung).
  7. Skript-Editor: Signal-Einführung (Handout-B-Felder) verfassen → Playbook-Export; Sek-I/Sek-II-Tonlagen-Beispiele einblendbar.
  8. Quiz (Teil 2) + 30 % Altfragen (Module 1–3); F5 ist der wichtigste Langzeit-Anker (Signal-Entwertung). Abschluss: Action-Step-Formular mit Selbstzähl-Feld („Wie oft habe ich diese Woche in Unruhe gesprochen?" – ehrliche Strichliste).