Skript Woche 13: „Do Now & Exit Ticket – Anfang und Ende der Stunde + Abschluss Block 2"
60-Minuten-Sitzung · Block 2 (Abschluss) · Fortbildung Quereinsteiger Sek I/II
1. Überblick
| Leitfrage | Wie öffne und schließe ich Stunden so, dass Daten und Lernen entstehen? |
| Kernquellen | Lemov, Teach Like a Champion (Do Now, Exit Ticket); McCrea (Vorgriff Spacing); Bambrick-Santoyo (Auswertung von Schülerarbeiten, vereinfacht) |
| Funktion im Jahr | Block-2-Abschluss: vertieft Frage 2 aus W8 (Einstieg) und beantwortet Frage 1 (Ziel) am Stundenende per Exit Ticket. Verbindet Anfang (Do Now, aus W2 als Organisationswerkzeug bekannt, jetzt mit Wiederholung) und Ende (Exit Ticket) mit dem Mindestziel aus W9. Das Sortieren in zehn Minuten ist die Grundlage für den neuen Anlauf (W25) und die Rückmeldung an die ganze Klasse (W33). Der Planungsbogen entlang der fünf Fragen wird fertig; aus ihm wird in W31 der Lean-Planer. Das Block-2-Quiz machen die TN vorab in der SPA. |
| Lernziele | Die TN können: 1. ein Do Now mit 3–5 Wiederholungsfragen aus drei Zeiträumen (gestern, letzte Woche, letzter Monat) bauen, 2. ein Exit Ticket so bauen, dass es das Mindestziel prüft (Gütecheck), 3. einen Klassensatz in ≤ 10 Minuten in drei Stapel sortieren und eine Konsequenz für die nächste Stunde ableiten. |
| Sitzungstyp | Kompakter Input + Doppel-Werkstatt (Schreiben + Sortieren) + Block 2 auf einer Seite. Das Block-Quiz ist vorab in der SPA erledigt. |
2. Vorbereitung
Raum: Vierergruppen; drei markierte Sortier-Zonen pro Gruppentisch („kann es“ / „kann es fast“ / „noch nicht“). Material:
- Auswertung des Block-2-Quiz aus der SPA (Anhang 2, Teil 1): die drei Fragen, die am häufigsten mit „nicht gewusst“ markiert wurden
- Handout A: Exit-Ticket-Gütecheck + Vorlagen (Anhang 1.1)
- Ein echter anonymisierter Exit-Ticket-Klassensatz (~25 Stück; vom Coach oder einer erfahrenen Lehrkraft besorgt – ersatzweise das konstruierte Set aus Anhang 1.2, pro Gruppe ein Satz)
- Handout B: Planungsbogen (Anhang 1.3), 2 Kopien pro TN
- Playbook-Mappen (Planungsbogen wird eingeheftet)
3. Ablauf im Detail (60 Minuten)
Phase 0 · Ankommen (Minute 0–2) — Standard.
Phase 1 · Rückblick Block-2-Quiz (Minute 2–7)
Das Block-2-Quiz (20 Fragen, Anhang 2, Teil 1) haben die TN vorab in der SPA gemacht und selbst korrigiert. In der Sitzung werden nur die drei Fragen besprochen, bei denen die Gruppe am häufigsten „nicht gewusst“ angegeben hat (Auswertung vorab über das Coach-Dashboard oder per Handzeichen).
Meta-Kommentar: „Drei Beobachtungen: Erstens war das Quiz kumulativ, mit Fragen bis zurück zu Woche 1; warum das so wirksam ist, kommt in Woche 18. Zweitens habt ihr selbst korrigiert. Ich habe keine Minute korrigiert, und trotzdem wissen jetzt alle, wo sie stehen. Drittens sehe ich an den häufigsten Fehlern, was ich nachsteuern muss. Ein Quiz kann also dreierlei: beim Lernen helfen, euch zeigen, wo ihr steht, und mir zeigen, wo ich nachsteuern muss. Das gilt für eure Klassen genauso."
Phase 2 · Input: Anfang und Ende der Stunde (Minute 7–21)
2a · Das Do Now bekommt eine zweite Aufgabe (Min. 7–11)
Zuerst eine Szene vorlesen:
Physik, Kl. 9. An der Tafel steht: „Warum fliegt ein Flugzeug? Schreibt eure Vermutung auf.“ Die Klasse rät fünf Minuten lang, die Lehrerin sammelt die Vermutungen und beginnt dann mit ihrer Erklärung. In diesen fünf Minuten wurde nichts gelernt und nichts aus dem Gedächtnis geholt.
„In Woche 2 habt ihr das Do Now als Werkzeug für die Organisation gebaut: Es startet die Stunde ohne euch. Heute bekommt es eine zweite Aufgabe: Es soll beim Lernen helfen. Die Frage ist, was draufsteht. Die verführerische Antwort ist ein Einstieg ins neue Thema, wie eben in der Physikstunde. Die richtige Antwort: Wiederholung. Drei bis fünf kurze Fragen, gemischt aus gestern, letzter Woche und letztem Monat. Ein Muster zum Merken: drei zu gestern, eine zu letzter Woche, eine zu letztem Monat. Warum ausgerechnet Altes? Die ausführliche Begründung kommt in den Wochen 17 und 19. Heute reichen drei praktische Gründe: Wiederholung ist ohne neue Erklärung lösbar (Kriterium eins aus Woche 2), sie braucht kaum Vorbereitung, weil die Fragen schon existieren, und Frage 2 aus Woche 8 ist damit jeden Tag beantwortet, bevor die Stunde richtig begonnen hat."
2b · Das Exit Ticket (Min. 11–16)
„Am anderen Ende der Stunde steht das ehrlichste Werkzeug, das ich kenne: ein bis drei Aufgaben, drei bis fünf Minuten, schriftlich, jeder, wird eingesammelt. Der ganze Trick steckt in einem Wort: Die Aufgaben prüfen euer Mindestziel aus Woche 9, also das, was am Ende alle können sollen. Nicht das Thema, nicht die Stimmung, nicht ‚Fandet ihr es verständlich?'. Wenn euer Mindestziel war ‚kann zwischen past simple und present perfect entscheiden und die Entscheidung begründen', dann steht auf dem Ticket genau das: zwei Entscheidungssätze und ein Begründungssatz. Ein weiterführender Meilenstein darf höchstens als dritte Aufgabe dazukommen. Das Exit Ticket beantwortet Frage 1 aus Woche 8 am Ende der Stunde, und damit die Frage, die wir uns selten ehrlich stellen: Habe ich heute unterrichtet, oder haben sie gelernt?"
2c · Auswerten in zehn Minuten (Min. 16–21)
„‚Und wann soll ich das korrigieren?' Gar nicht. Ihr korrigiert nicht, ihr sortiert. Drei Stapel: kann es, im Kern richtig. Kann es fast, richtiger Ansatz, ein Fehler, der sich leicht beheben lässt. Noch nicht, der Ansatz fehlt oder es gibt ein grundlegendes Missverständnis. Kein Rotstift, keine Randbemerkung, keine Note. Tickets zeigen, wo die Klasse steht; sie sind keine Leistungsmessung, und das sagt ihr der Klasse auch so. Beim Sortieren notiert ihr einen Satz: den häufigsten Fehler. Und dann die einzige Pflicht: eine Konsequenz für morgen. Wie entscheidet ihr? Vor der Einzelarbeit wolltet ihr etwa vier von fünf richtig sehen. Das war mit eurer Hilfe im Rücken. Am Stundenende zeigt das Ticket, ob es auch ohne Hilfe hält. Die Faustregel: Liegen mehr als ein Drittel in ‚kann es fast' und ‚noch nicht', lohnt sich ein neuer Anlauf für alle, zehn Minuten mit einem neuen Zugang. Sind es weniger, nehmt ihr die Namen auf euren Prüf-Fokus-Bogen und geht in der nächsten Einzelarbeit zuerst zu ihnen. Zehn Minuten, mit ehrlicher Stoppuhr. Die Feinheiten dieser Entscheidung kommen in Woche 25; heute zählt der Ablauf: Ticket → Stapel → ein Satz → eine Konsequenz."
Phase 3 · Name it (Minute 21–25)
Exit-Ticket-Gütecheck (Handout A): prüft das Mindestziel (nicht das Thema)? · in 3–5 Min. von allen allein lösbar? · schriftlich, von jedem? · Auswertung in ≤ 10 Min. möglich (max. 3 Aufgaben, davon max. 1 offene)? — Auswertung: Stapeln → häufigster Fehler (1 Satz) → eine Konsequenz. Merksatz: „Das Ticket fragt nach dem Mindestziel, und morgen antwortet der Unterricht."
Phase 4 · Do it: Doppel-Werkstatt (Minute 25–47)
Runde 1 · Schreibwerkstatt (Min. 25–35)
Alle bauen das Exit Ticket für die reale Stunde nächster Woche, auf Basis des eigenen Mindestziels aus W9 (liegt im Playbook) – dazu ein Do Now mit 3–5 Wiederholungsfragen für dieselbe Stunde. Tandem-Gütecheck mit der entscheidenden Frage: „Zeig mir, welche Aufgabe dein Mindestziel prüft." (Häufigster Baufehler: Die Aufgabe fragt Wissen ab, das Mindestziel verlangt Anwendung. Die Moderation macht ein Beispiel im Plenum sichtbar.)
Runde 2 · Sortieren gegen die Uhr (Min. 35–47)
Kleingruppen sortieren den echten Klassensatz (bzw. Anhang 1.2) in die drei Zonen. Die Stoppuhr läuft: 8 Minuten für ~25 Tickets. Danach je Gruppe: häufigster Fehler in einem Satz + Entscheidung über die Konsequenz als 30-Sekunden-Pitch. Gruppen vergleichen: Kommen alle zur selben Entscheidung? (Die Abweichungen sind der Lerngewinn, besonders die Grenzfälle zwischen „kann es fast“ und „noch nicht“ eichen das Urteil.)
Phase 5 · Block 2 auf einer Seite (Minute 47–52)
Den Planungsbogen (Handout B) gemeinsam durchgehen und ins Playbook heften. Er folgt den fünf Fragen aus Woche 8, und jede Frage hat jetzt ihr Werkzeug: Ziel (Mindestziel + Meilensteine + Idealantwort, W9) → Einstieg (Do Now mit Wiederholung, W13) → Erklären (vier Bausteine, W10) → gemeinsam üben (Treppe + alle antworten lassen, etwa vier von fünf, W11) → allein üben (Route + Prüf-Fokus, W12) → Exit Ticket (Frage 1 am Ende, W13).
„Das ist Block 2 auf einer Seite, und es ist ab jetzt euer Standardbogen für die Planung. In Woche 31 wird daraus ein 20-Minuten-Planungswerkzeug. Bis dahin: Benutzt ihn, bis er langweilig wird. Langweilig heißt: Es läuft von allein."
Phase 6 · Action Step (Minute 52–58)
Standard: „Ich schließe diese Woche jede Stunde in Klasse X mit einem Exit Ticket, sortiere am selben Tag in 10 Minuten und setze mindestens einmal eine sichtbare Konsequenz in der Folgestunde um. Der Klasse sage ich dabei, dass sie aus ihren Tickets kommt: ‚Eure Tickets von gestern zeigen …'"
Alternativen:
- Do-Now-Umbau: alle Starter dieser Woche auf 3–5 Wiederholungsfragen aus drei Zeiträumen umstellen.
- Für alle mit großen Korrekturstapeln: nur das Sortieren üben: 3 Klassensätze beliebiger Art mit ehrlicher Stoppuhr in ≤ 10 Min. sortieren statt korrigieren.
Jede und jeder schreibt den gewählten Action Step wörtlich auf und nennt dem Tandem die Klasse und den Tag der ersten Umsetzung.
Ausblick: „Nach der Hospitation und den Ferien beginnt Block 3, und der beantwortet die Warum-Fragen, die sich angesammelt haben: Warum Wiederholung? Warum kleine Schritte? Warum vergessen sie so viel? Ihr bekommt eine Landkarte des Gedächtnisses. Danach wendet ihr nicht mehr nur Rezepte an, sondern wisst, warum sie funktionieren."
Phase 7 · Exit-Karte (Minute 58–60)
Erweitert (Blockabschluss):
- Mein wertvollstes Block-2-Werkzeug: …
- Wo ich noch unsicher bin: … (→ Futter für das Meilenstein-Gespräch).
4. Coaching-Woche 13 (Handreichung)
- Hospitationsfokus: Anfang und Ende der Stunde: die ersten 8 und die letzten 8 Minuten (dazwischen darf der Coach den Raum verlassen, das setzt ein klares Signal für den Fokus). Protokoll: Was steht im Do Now (Wiederholung oder Einstieg ins Neue)? Prüft das Ticket das Mindestziel? Wurde die Konsequenz aus dem Vortag sichtbar?
- Auswertungsgespräch: Den frischen Ticket-Stapel gemeinsam sortieren (10-Min.-Stoppuhr); der Coach moderiert nur die Grenzfälle. Konsequenz für morgen gemeinsam festlegen. Danach Kompetenzmatrix Felder 4–5 gemeinsam aktualisieren.
- Gruppenhospitation 2 fällt in diese Tage: Nachbesprechung nach W12-Bogen; Verbindung herstellen: „Welche Stufen der Treppe habt ihr gesehen, und was prüft das Exit Ticket des Gastgebers?“
- Red Flag: TN benotet Exit Tickets oder kündigt sie als „Tests“ an → sofort korrigieren: Ohne die Zusage, dass nichts benotet wird, schreiben die Schüler, was sie für richtig halten, statt zu zeigen, was sie können. Auch die Fehlerkultur aus W20 leidet sonst.
Anhang 1: Übungsmaterial
1.1 Handout A: Exit-Ticket-Gütecheck + Vorlagen
Gütecheck: ☐ prüft das Mindestziel ☐ 3–5 Min., allein lösbar ☐ schriftlich, von jedem ☐ Auswertung ≤ 10 Min. (max. 3 Aufgaben, max. 1 offene). Format-Vorlagen:
- 2 geschlossene + 1 Begründungssatz
- 1 Anwendungsaufgabe + „Erkläre deinen ersten Schritt"
- Entscheidungsformat: „Kreuze an und begründe in einem Satz"
Nicht aufs Ticket: „Fandet ihr es verständlich?“ · „Was hat euch gefallen?“ · alles, was Selbstauskunft statt Können misst (Vorgriff W20).
1.2 Konstruierter Ticket-Satz (Fallback; Auszug-Beschreibung für eigene Erstellung)
25 Tickets zur Aufgabe „Entscheide: past simple oder present perfect (2 Sätze) + begründe mit dem Signalwort“: 11× kann es (beides richtig, Begründung nennt Signalwort), 8× kann es fast (Entscheidung richtig, Begründung fehlt oder dreht sich im Kreis: „klingt besser“), 6× noch nicht (Signalwort ignoriert, „yesterday I have seen“). (Eingebaute Grenzfälle zum Eichen: 2 Tickets mit richtiger Entscheidung, aber falscher Begründung: „kann es fast“ oder „noch nicht“? Diskussion gewollt; vgl. W11-Fehlerkarte K6.) — Erwartete Konsequenz: „kann es fast“ + „noch nicht“ = 14/25, also mehr als ein Drittel → 10-Min.-Neuanlauf für alle mit neuem Zugang (z. B. Zeitstrahl statt die Regel zu wiederholen).
1.3 Handout B: Planungsbogen (Einseiter)
Kopf: Klasse/Thema/Datum. — Frage 1 · Ziel: Mindestziel: … / weitere Meilensteine (2–4, Ampel-geprüft): … / Idealantwort zum Mindestziel: … — Frage 2 · Einstieg: Do Now (3–5 Wiederholungsfragen: gestern / letzte Woche / letzter Monat): … — Frage 3 · Erklären: was ich vormache, Falle, Frage an alle nach jedem Schritt: … — Frage 4 · Gemeinsam üben: Stufen der Treppe + wann alle antworten: … — Frage 5 · Allein üben: Prüf-Fokus + Route: … — Exit Ticket (Frage 1 am Ende): Aufgaben (→ Mindestziel/Meilenstein): … — Fuß: Konsequenz von gestern eingebaut? ☐
Anhang 2: Quiz-Material
Teil 1: Block-2-Quiz (20 Fragen, kumulativ W1–12; vorab in der SPA, Selbstkorrektur)
Mehr als die Hälfte der Fragen sind kurze Szenen: Gefragt ist, was man tut, nicht nur, wie etwas heißt.
- Die fünf mentalen Modelle?
- (Szene) Nach den Ferien läuft die Begrüßung chaotisch, niemand steht an seinem Platz. Deine ersten zwei Schritte? (Routine neu einführen mit Begründung, wie im W1-Bauplan; auf alle warten, ggf. Do It Again)
- Der Vierercheck für Anweisungen?
- (Szene) Während du erklärst, trommelt ein Schüler mit dem Stift. Womit beginnst du? (Stufe 1 der Leiter: nonverbal, ohne die Erklärung zu unterbrechen)
- Die Umformulierungs-Formel?
- Die W.I.N.-Schritte?
- Die fünf Fragen an jede Stunde?
- (Szene) Beim gemeinsamen Üben lagen 21 von 26 richtig. Auf den Exit Tickets sind nur 12 von 26 sicher. Was sagt dir das? (Mit Hilfe ging es, ohne Hilfe hält es noch nicht: zu schnell von der Treppe gegangen oder zu viel geholfen; neuer Anlauf für alle)
- (Szene) „Heute: die Weimarer Republik.“ Ziel oder Thema? Formuliere ein Mindestziel mit Prüfaufgabe.
- Was heißt „von der Idealantwort her planen“, und wozu dient es?
- Die vier Bausteine einer Erklärung?
- (Szene) Deine Erklärung fühlt sich beim Proben „quälend kleinschrittig“ an. Kürzen? (eher nicht: Fluch des Wissens, Halbier-Regel)
- Die vier Stufen der Treppe?
- (Szene) Im We do sagt ein Schüler: „Yesterday I have seen him.“ Deine erste Hilfe, wörtlich? (ein Hinweis, z. B. „Schau auf das erste Wort des Satzes.“)
- (Szene) Drei Schüler melden sich und antworten richtig. Warum reicht das nicht, um in die Einzelarbeit zu gehen? (Es melden sich die, die es können; alle antworten lassen)
- Die 5 Startbedingungen einer Einzelarbeit?
- (Szene) Du kniest seit vier Minuten bei einem Schüler. Was ist das Problem, was tust du? (die anderen sind nicht im Blick; konkreten nächsten Schritt geben, weiter auf der Route)
- (Szene) Beim Rundgang siehst du in vier Heften denselben Fehler. Was tust du? (Sammelklärung für alle)
- (Szene) Dein Stundenprofil: 15 Min. Rot, dann 20 Min. Blau. Exit Tickets: 9 kann es, 7 kann es fast, 10 noch nicht. Nenne zwei Ursachen und die Änderung für morgen. (langer roter Block ohne „alle antworten“; kein gemeinsames Üben vor der Einzelarbeit; neuer Anlauf für alle mit Treppe und Whiteboard-Abfrage)
- (Transfer) „Meine Klasse konnte es in der Stunde, im Test nicht.“ Deute das mit zwei Werkzeugen aus Block 2. (z. B. nur Freiwillige gefragt statt alle antworten lassen → nie geprüft, ob alle es konnten; zu früh in die Einzelarbeit → Fehler eingeübt; Vorgriff: Leistung in der Stunde ≠ Lernen, kommt in W18)
Teil 2: Modul-Quiz Woche 13 (für SPA/Folgewoche)
F1. Exit Tickets wertet man aus, indem man… a) alle gründlich korrigiert und benotet ✗ (klingt gewissenhaft) b) in 3 Stapel sortiert, den häufigsten Fehler notiert und eine Konsequenz ableitet ✓ c) sie zurückgibt und besprechen lässt ✗ d) den Notenschnitt berechnet ✗
F2. „Fandet ihr das Thema heute verständlich?" auf dem Ticket ist… a) gute Schülerorientierung ✗ (klingt partizipativ!) b) Selbstauskunft statt Verständnisprüfung ✓ c) zu kurz ✗ d) nur in der Oberstufe sinnvoll ✗
F3. Das ideale Do Now enthält… a) einen spannenden Einstieg ins neue Thema ✗ (die häufigste Verführung) b) Wiederholung: gestern / letzte Woche / letzter Monat ✓ c) die schwerste Aufgabe von gestern ✗ d) organisatorische Ansagen ✗
F4. In „kann es fast“ und „noch nicht“ liegen zusammen 14 von 25 Tickets. Konsequenz: a) Einzelförderung für die 14 ✗ (klingt individuell, ist aber kaum machbar) b) 10-Min.-Neuanlauf für alle, mit neuem Zugang ✓ c) weiter im Stoff, die Arbeit klärt es ✗ d) das Ticket war zu schwer – ignorieren ✗
F5. Exit Tickets werden nicht benotet, weil… a) Noten verboten sind ✗ b) sie Diagnose sind – Benotung erzeugt Angst statt ehrlicher Daten ✓ c) sie zu kurz sind ✗ d) Eltern sich beschweren ✗
F6 (Transfer, Freitext): Mindestziel: „Kann vorhersagen, was im Dunkeln mit der Stärkeproduktion passiert.“ Entwirf das passende Exit Ticket (Aufgabe wörtlich) und begründe am Gütecheck. (Muster: „Eine Pflanze steht 3 Tage im dunklen Schrank. Was zeigt der Stärkenachweis in den Blättern – und warum? Antworte in 2 Sätzen." – misst Vorhersage+Begründung, 4 Min., schriftlich, sortierbar.)
Anhang 3: Ableitung für die SPA „Modul 13"
(Umgesetzt in SPAs/Modul13_Woche13_SPA.html.)
- Eine Schätzung (2 Min.): „Habe ich unterrichtet – oder haben sie gelernt?“ Schätzung für die letzte eigene Stunde (… von …) + „Woher weißt du das?“. Im Abschluss wird das erste echte Ticket danebengestellt (Schätzung vs. Wirklichkeit).
- Der Einstieg (4 Min.): Szene Physik („Warum fliegt ein Flugzeug?“); Do Now mit Wiederholung; 4 Beispiele „Wiederholung oder Vorschau?“; eigenes Do Now mit 3–5 Fragen aus drei Zeiträumen.
- Das Exit Ticket (3 Min.): Gütecheck + „Nicht aufs Ticket“; 5 Tickets aus verschiedenen Fächern → welches Kriterium fehlt (oder: besteht).
- Mein Exit Ticket (6 Min.): Mindestziel und Meilensteine aus Modul 9 übernehmbar; Format wählen, 1–3 Aufgaben mit Zuordnung (Mindestziel/Meilenstein), Gütecheck als Selbstprüfung.
- Sortieren gegen die Uhr (7 Min., Kernstück): der 25er-Satz aus Anhang 1.2 (11 kann es, 8 kann es fast, 6 noch nicht, 2 Grenzfälle, bei denen beide Stapel gelten) Ticket für Ticket mit laufender Uhr; Auswertung mit Abweichungen und Begründung; häufigster Fehler in einem Satz; Konsequenz-Entscheidung mit Auflösung (> ⅓-Regel, mit Erklärung, warum hier eine andere Schwelle gilt als beim gemeinsamen Üben).
- Block 2 auf einer Seite: Planungsbogen entlang der fünf Fragen (Handout B); Felder lassen sich aus den Eingaben der Module 9–12 und dem Do Now/Ticket dieser Woche vorbefüllen.
- Quiz (Teil 2): F1–F5 + Freitext F6.
- Block-2-Quiz (vor der Sitzung): die 20 Fragen aus Teil 1 (davon 11 Szenen) als Karten zur Selbstkorrektur (gewusst / teilweise / nicht gewusst) + Kompetenzmatrix Felder 4–5 (Selbsteinschätzung als Vorbereitung für das Coaching).
- Abschluss: Action Step mit Ticket-Log (sortiert in … Min., Stapel, Konsequenz), Schätzung vs. Wirklichkeit, erweiterte Exit-Karte zum Blockabschluss, Einreichen/Export.