Die Stunde hat zwei Zäsuren.
Wie gewinnst du die ersten fünf Minuten jeder Stunde – und wie beendest du sie so, dass morgen genauso beginnt? Deine Stunde hat zwei Zäsuren, nicht eine. In ca. 32 Minuten baust du beide zum präzisen Werkzeug aus.
Dein Weg durch dieses Modul
Der Zeitrechner (was dein Stundenstart wirklich kostet) → Kontrastpaar A/B → die 7 Schritte in Reihenfolge → dein eigenes Skript → Szenario-Simulator mit Störkarten → der Do-Now-Baukasten → das geordnete Ende → Quiz → dein Action Step.
Was kostet dich dein Stundenstart wirklich?
Trag ein, wie viele Stunden du pro Woche unterrichtest und wie viele Minuten im Schnitt „verloren gehen" – Ankommen, Kramen, Ermahnen, bis wirklich alle im Stoff sind.
Variante A und Variante B – lies genau.
Beide Male will dieselbe Lehrkraft dasselbe: einen ruhigen, klaren Start. Nur bei einer Variante gelingt er.
Variante A (schwach)
Kommt herein, redet schon im Gehen: „Ja, guten Morgen, setzt euch, wir haben heute viel vor…" – sortiert Unterlagen am Pult. Die Hälfte steht halb, Getuschel läuft weiter, irgendwann beginnt der Unterricht – niemand könnte sagen, wann eigentlich.
Variante B (stark)
Kommt herein, geht wortlos zum festen Punkt (Mitte vorn), stellt sich ruhig hin, Blick durch den Raum. Wartet. Auch als zwei noch tuscheln: wartet freundlich weiter, 8 Sekunden, Blick zu den beiden. Stille. Alle stehen. Dann warm: „Guten Morgen, 9b." – Antwort abwarten – „Setzt euch – ihr wisst, was zu tun ist: Starter an der Tafel, vier Minuten, still." Timer startet sichtbar mit dem Setz-Signal. Bleibt vorn stehen und scannt (geht demonstrativ NICHT ans Pult).
Markiere die 3 tatsächlichen Unterschiede.
Sechs Aussagen, drei davon beschreiben einen echten Unterschied zwischen A und B. Tippe deine Auswahl an, dann „Prüfen".
Was zählt, ist Handlung – nicht Eindruck: Der feste Punkt statt Sortieren am Pult, das Warten auf 100 % statt sofortigem Grüßen, und das Scannen statt des sofortigen Wegdrehens zum Rechner. Das sind die drei Stellschrauben, an denen du diese Woche arbeitest.
Bring die Schritte in die richtige Reihenfolge.
Tippe die Karten in der Reihenfolge an, in der sie ablaufen – vom ersten bis zum letzten Schritt. Ein Klick auf eine ausgewählte Karte nimmt sie wieder heraus. Danach „Prüfen".
Schritt 3 ist der Qualitätsschritt.
„Warten auf 100 %" entscheidet, ob die Zäsur wirklich funktioniert. Wer in die Unruhe hineingrüßt, unterschreibt zweimal täglich denselben Vertrag: „Halbherzig reicht hier." Das ist Modell 4 aus dem Auftakt – ihr unterrichtet eine Norm, ob ihr wollt oder nicht.
Skripte deine eigene Begrüßungsroutine.
Fülle die dreispaltige Vorlage für dich aus. Pflichtfelder sind der Gruß und das Setz-Signal/der Starter-Satz – der Rest darf stichwortartig bleiben. Diese Seite wird deine erste offizielle Playbook-Seite.
Vorschau deiner Routine
Vier Störkarten. Was tust du?
Wähle bei jeder Situation die Reaktion, die deine Routine am wenigsten gefährdet.
Was ist eigentlich ein Do Now?
Der Begriff ist dir in der Demo und in Schritt 1 der Routine schon begegnet – hier kommt er auf den Punkt: Ein Do Now ist eine kurze, schriftliche Aufgabe, die an der Tafel steht, bevor du grüßt – und die deine Klasse ohne ein einziges Wort von dir beginnen kann.
Nach dem Setzen entsteht ein Moment, in dem alle im Raum dieselbe Frage im Kopf haben: „Was jetzt?" Beantwortest du sie nicht, beantwortet die Klasse sie selbst – verlässlich, und selten in deinem Sinne. Das Do Now beantwortet sie im Voraus.
Do Now ist nicht dasselbe wie dein Starter-Satz
Die Kette lautet: Setz-Signal → Starter-Satz → Do Now → Timer.
Drei Kriterien – mehr braucht es nicht
Inhaltlich ideal ist Wiederholung – Stoff von gestern, von letzter Woche, vom letzten Halbjahr. Warum ausgerechnet Wiederholung so mächtig ist, verstehst du in Block 3. Heute reicht: Sie funktioniert immer, sie braucht keine Einführung, und sie startet das Denken, statt es erst aufzuwärmen.
Kein Do Now ist …
Jetzt du: eine Aufgabe, die sofort funktioniert.
Wähle dein Fach, sieh dir das Beispiel an – und formuliere danach deine eigene Aufgabe für nächste Woche.
Und jetzt drehen wir die Stunde um.
Deine Stunde hat zwei Zäsuren, nicht eine – und die zweite unterrichtet die Norm für die erste von morgen. Wer im Klingel-Chaos endet, startet morgen genau dort.
Ein Unterschied vorweg: Für den Anfang gibt dir die Schule das Ritual vor – aufstehen, Gruß, setzen. Für das Ende gibt sie dir nichts. Bei uns steht zum Schluss niemand noch einmal auf; jede Lehrkraft macht es, wie sie es macht. Das heißt nicht, dass das Ende weniger wichtig wäre – es heißt, dass du es selbst bauen musst.
Drei dieser sechs Sätze setzen die falsche Norm.
Tippe die drei an, die dir das Ende der Stunde kaputt machen – dann „Prüfen".
Alle drei Fallen fühlen sich großzügig an – und alle drei unterrichten dieselbe Norm: Das Ende gehört nicht mehr zur Stunde. Was du am Ende zulässt, bekommst du am Anfang zurück.
Die drei Bausteine
Drei Minuten Puffer. Packen auf Signal. Abschied nach Skript.
Und wenn das Ende zerfasert? Dasselbe Werkzeug wie vorn: „Der Schluss war unruhig. Wir machen ihn noch einmal." Dreißig Sekunden, und die Norm steht wieder.
Die Ende-Zeilen deines Skripts.
Diese Zeilen vervollständigen deine Playbook-Seite aus Station 4 – Anfang und Ende auf einem Blatt.
Vorschau deines Endes
Sechs Fragen zu Woche 2 – plus zwei zur Auffrischung.
Rund 30 % der Fragen kommen aus den Vormodulen – so bleiben Auftakt und Woche 1 präsent.
Transfer (Freitext): Deine 8. Klasse braucht am Montag nach den Ferien 3 Minuten, bis alle stehen und still sind. Beschreibe dein Vorgehen in dieser Stunde UND deinen Plan für Dienstag.
Muster: Montag ruhig durchhalten, ggf. Do It Again + kurzer Erwartungs-Neustart mit Begründung; Dienstag: identischer Ablauf, auf Konstanz setzen. NICHT: das Ritual aufgeben oder mit Strafe drohen.
Transfer (Freitext): Deine Stunde endet regelmäßig im Klingelchaos. Beschreibe die drei Bausteine, mit denen du das ab Montag änderst – und den Satz, den du streichst.
Muster: Puffer drei Minuten vor dem Klingeln, Packen erst auf Signal, ein fester Abschiedssatz von der festen Position (Form frei wählbar, aber jedes Mal gleich) – plus zwei Reservekarten für übrig bleibende Minuten. Gestrichen wird „Ihr könnt schon mal leise packen".
Dein Action Step für diese Woche.
Diese Woche zeigt sich, ob die Routine wirklich sitzt. Wähle deinen Action Step.
Stoppuhr-Tagebuch: Sekunden vom Setz-Signal bis ~90 % arbeiten
Der motivierendste Datenpunkt des Frühjahrs: Die Kurve sinkt fast immer über die Woche.
Exit-Karte (fließt anonymisiert in die Coaching-Planung ein)
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