MODUL 6
Woche 6 · Block 1: Klassenführung & Routinen · Fortbildung Sek I/II

Jede Korrektur ist eine Abhebung. Was, wenn das Konto schon leer ist?

Woche 5 hat euch die Interventionsleiter gegeben – ihr könnt jetzt korrigieren, ohne den Unterricht zu unterbrechen. Heute geht es um die Kehrseite: Wie ihr korrigiert, sodass die Beziehung dabei WÄCHST statt leidet. Zwei Sprachwerkzeuge, ein Konto, ein Verhältnis: 3:1.

Dein Weg durch dieses Modul

Das Beziehungskonto → das Grammatik-Wunder → zwei Sprachwerkzeuge im Zuordnungsspiel → Umformulierungs-Trainer mit Timer (Kernstück) → Lob-Qualitäts-Check → dein 3:1-Tracker → Quiz → dein Action Step.

⏱ ca. 30 Min. 📖 Kernquellen: Lemov T59–T60 (Positive Framing, Precise Praise); Lovell/Dowley, Prinzip 10 („Bank positivity“) 🔒 Ergebnisse nur für dich & deinen Coach

Station 1 · Hook: Das Beziehungskonto

Nicht die Bank mit dem Geld. Die mit der Beziehung.

Jede Interaktion mit einer Schülerin oder einem Schüler ist eine Buchung: Anerkennung, echtes Interesse, Lob – Einzahlung. Korrektur, Ermahnung, Konsequenz – Abhebung. Denk an deinen anstrengendsten Schüler, deine anstrengendste Schülerin.

tiefrotausgeglichendeutlich im Plus

Von einem roten Konto kann man nichts mehr abheben: Jede weitere Korrektur wird als Angriff verbucht, nicht als Führung. Lovell nennt das Prinzip „Bank positivity“ – wer korrigieren können will (und das MUSST ihr, Woche 5), braucht Guthaben.

Heute lernt ihr zwei Einzahlungs-Werkzeuge.

Station 2 · See it: Das Grammatik-Wunder

Gleicher Ton, gleiche Länge, gleiches Ziel. Trotzdem ein Unterschied.

Zu jeder Ansage gibt es zwei Umformulierungen – nur eine davon ist echtes Positive Framing. Die andere trägt das Fehlverhalten weiter, oft getarnt mit einem Giftwort. Finde die echte.

Die Formel: Ich sehe [den erfüllenden Teil] – ich will [den Zielzustand]. Dazu: anonym korrigieren, namentlich loben – nie umgekehrt.

Und die Falle: Ein Satz, der weiter das Fehlverhalten beschreibt – auch in freundlichem Ton, auch ohne Schimpfwort – macht dieses Verhalten zur sichtbaren Norm. „Hier wird immer gequatscht“, sagt die Grammatik, auch wenn niemand das Wort „immer“ ernst meint.

Nicht das Fehlverhalten beschreiben. Den Zielzustand.

Station 3 · Name it: Die zwei Sprachwerkzeuge

Zwei Formeln. Plus ein Rückruf aus Woche 4.

Positive Framing

„Ich sehe [erfüllender Teil] – ich will [Zielzustand].“

Annahme des Guten: „Ihr habt vergessen …“ · anonym korrigieren, namentlich loben · Ironie-Verbot.

Precise Praise

konkret · verdient · prozessbezogen

Sonst ist es keine Einzahlung, sondern Falschgeld. Verdient heißt: über dem Grundstandard – für bloßes Erfüllen reicht Anerkennung („Danke“). Prozessbezogen heißt: das Vorgehen loben, nicht die Person. Kein Lobsandwich (Lob–Kritik–Lob) – Schüler:innen durchschauen es, und jedes Lob wird zum Vorboten einer Kritik.

Rückruf Woche 4

Warm/Strict: „Weil [Zutrauen], [Standard].“

Der Register-Zwilling von heute: Framing ist die Grammatik der Gruppenansprache, Warm/Strict die der Einzelansprache.

Zuordnungsspiel: Welches Werkzeug ist das?

Neun Lehrersätze. Tippe die passende Kategorie an.

Station 4 · Do it: Umformulierungs-Trainer (Kernstück)

Die Umformulierung muss schneller werden als der Ärger-Reflex.

Erst die Rekordjagd: 60 Sekunden, so viele Ansagen wie möglich laut umformulieren. Danach übe schriftlich, mit sofortigem Formel-Check.

60
Bereit? Drück Start.

Schriftliches Training mit Formel-Check

Tippe deine Umformulierung ein – wir prüfen live auf erfüllenden Teil, Zielzustand und Giftwörter (endlich, schon wieder, immer, nie …).

Station 5 · Do it: Lob-Qualitäts-Check

Ist das ein präzises Lob – oder Falschgeld?

Schreib ein Lob, das du diese Woche wirklich aussprechen könntest. Prüfe es dann selbst gegen den Dreiklang.

Der Dreiklang – tippe an, was zutrifft

Station 6 · Tracker: Dein 3:1-Konto

Drei Einzahlungen pro Abhebung. Gezählt, nicht gefühlt.

Trag für eine Stunde pro Tag ehrlich mit: wie oft Anerkennung/Lob (+), wie oft Korrektur (–). Ironie zählt als –.

Station 7 · Quiz

Sieben Fragen zu Woche 6 – plus Auffrischung.

Ein Teil der Fragen kommt aus den Vormodulen – so bleiben Woche 3–5 präsent.

Transfer (Freitext): Ein leistungsstarker Schüler gibt eine hingeschluderte Arbeit ab. Formuliere deine Rückmeldung als Warm/Strict-Satz plus einen präzisen Prozess-Hinweis.

Muster: „Weil ich weiß, was du kannst, nehme ich das so nicht an – bis morgen mit Proberechnung. Dein Ansatz in Aufgabe 2 war übrigens der eleganteste im Kurs: DEN will ich sauber ausgeführt sehen.“

Station 8 · Ein Schritt. Nicht sieben.

Dein Action Step für diese Woche.

Wähle einen Schritt – und nur einen.

Exit-Karte (fließt anonymisiert in die Coaching-Planung ein)

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„Bei Coach einreichen“ schickt deine Antworten an deinen Coach. Der PDF-Export öffnet zusätzlich den Druckdialog deines Geräts.

💡 Sicherste Variante bei Unterbrechung: „Fortschritt als Datei sichern“ herunterladen und beim nächsten Öffnen im Menü (☰ Stationen) wieder hochladen.

„Nächste Woche schließen wir Block 1: Übergänge, das Stundenende – und das Werkzeug für danach: das strukturierte Nachgespräch mit dem Schüler, dem ihr am liebsten aus dem Weg geht. Plus: euer erster Meilenstein mit Video-Selbstanalyse. Bringt euer Playbook mit – es bekommt sein Deckblatt.“