Woran erkenne ich, ob in meiner Stunde gelernt wird?
Sieben Wochen lang ging es darum, dass in deinem Raum Ruhe und Ordnung herrschen. Das war nötig, aber es ist nicht das Ziel. Eine ruhige Klasse lernt nicht automatisch etwas. Ab heute geht es darum, was in dieser Ruhe passiert.
Dein Weg durch dieses Modul
Du schaust dir zwei Stunden zum selben Thema an und findest heraus, warum in der einen deutlich mehr gelernt wird. Daraus ergeben sich fünf Fragen, die du an jede Stunde stellen kannst. Du übst sie an kurzen Szenen aus verschiedenen Fächern und wendest sie dann auf eine Stunde an, die du selbst gehalten hast.
📌 Denk schon jetzt an eine konkrete Stunde, die du letzte Woche gehalten hast. Du brauchst sie in Station 5.
Mathematik, Klasse 7: Einführung Prozentwert.
Lies den Verlauf der Stunde. Die Farben zeigen, wer gerade arbeitet: Die Lehrerin redet (rot), alle arbeiten allein (blau) oder es wird organisiert (grau).
Welche Note gibst du dieser Stunde?
In der nächsten Stunde kam eine Aufgabe zum Prozentwert als Einstiegsaufgabe.
11 von 27 haben sie gelöst.
Die meisten geben dieser Stunde eine 2 oder 3. Sie ist freundlich, klar erklärt und ruhig. Trotzdem können die meisten Schüler am Ende nicht, was sie können sollten.
Gleiches Thema, gleiche 45 Minuten, gleiches Buch.
Neu sind zwei Farben: Gelb heißt, alle antworten und die Lehrerin sieht die Antworten. Grün heißt, die Klasse übt gemeinsam und die Lehrerin hilft noch mit. Ordne jede Phase von Stunde B der Frage zu, die sie vor allem beantwortet.
Die fünf Fragen an jede Stunde
Nächste Stunde, dieselbe Einstiegsaufgabe: 23 von 27 lösen sie richtig.
Stunde B hat keine neue Methode und kein Material, das Stunde A nicht auch hatte. Der Unterschied liegt nur darin, wann die Schüler selbst denken müssen und wann die Lehrerin sieht, was ankommt.
Grundwert und Prozentsatz kommen in Stunde B erst in den nächsten Stunden. Weniger Stoff pro Stunde ist hier kein Verlust, denn Stunde A hat ihn zwar erklärt, aber die meisten haben ihn nicht gelernt.
Zehn Prinzipien, fünf Fragen.
Barak Rosenshine hat 2012 zehn Prinzipien wirksamen Unterrichts zusammengefasst. Du musst sie nicht auswendig lernen. Es reicht, wenn du dir fünf Fragen merkst, die du an jede Stunde stellen kannst. Jede Karte zeigt eine Szene und wo wir die Frage in den nächsten Wochen vertiefen.
„Ist das nicht einfach Frontalunterricht?“
Schau noch einmal auf Stunde B: Die Lehrerin redet dort weniger am Stück als in Stunde A, und die Schüler schreiben viel öfter selbst etwas auf. Der Unterschied ist nicht, ob jemand vorne steht. Der Unterschied ist, ob die Lehrkraft laufend sieht, was bei allen ankommt.
Woher kommen die Prinzipien?
Rosenshine hat drei Arten von Forschung verglichen: Gedächtnisforschung, Beobachtungen in Klassen mit besonders großem Lernzuwachs und Studien, in denen Lehrkräfte gezielt geschult wurden. Die drei kommen zu ähnlichen Ergebnissen, und das ist in der Bildungsforschung selten.
Rosenshine ordnet seine Prinzipien nicht nach Stundenphasen. Wir tun es, weil du so planst und so deine Stunden erlebst.
Acht Stunden, acht Stellen, an denen es hakt.
Bei jeder Szene zwei Schritte: Welche der fünf Fragen ist betroffen? Und welche Reparatur hilft am meisten? Alle drei Reparaturen klingen vernünftig, aber nur eine setzt an der richtigen Stelle an.
Die fünf Fragen
Deine Stunde als Farbbalken.
Nimm eine Stunde, die du letzte Woche tatsächlich gehalten hast. Trage die Phasen der Reihe nach ein, so wie es wirklich war und nicht wie es geplant war. Minutengenau muss es nicht sein.
Phasen
Wenn nur Freiwillige antworten, ist das rot, nicht gelb. Gelb heißt: alle antworten, und du siehst die Antworten.
Die fünf Fragen an deine Stunde
Die eine Stelle
Bei welcher Frage hätte deine Stunde am meisten gewonnen?
Formuliere eine Änderung, die höchstens fünf Minuten zusätzlich kostet:
Fünf Fragen zu Woche 8.
F6 (Freitext): Was nimmst du aus deinem Stundenprofil mit? Nenne die Frage, bei der deine Stunde am schwächsten war, und was du konkret änderst.
Dein Action Step für diese Woche.
Wähle einen Action Step.
Profil nach der Stunde
Trag nach drei Stunden dieser Woche kurz ein, wie es lief. Dein Coach sieht so, ob sich etwas verändert.
Exit-Karte (fließt anonymisiert in die Coaching-Planung ein)
📌 Erinnerung: Bring zu Woche 9 das Thema einer Stunde mit, die du nächste Woche hältst (Fach, Klasse, Stoff).
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